Kuratorium "Katalogisierung der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften der Schweiz"
Curatorium pour le catalogage des manuscrits médiévaux et prémodernes conservés en Suisse

Tätigkeit 

Das Kuratorium ist als eine Art Dienstleistungsbetrieb konzipiert. Kleineren Bibliotheken, welche alte Handschriftenbestände besitzen und diese erschliessen wollen, will es qualifizierte Bearbeiter anbieten, die Projekte planen, den Aufwand abschätzen und die Verantwortung für die wissenschaftliche Qualität übernehmen. Für die Finanzierung dagegen sollen primär die interessierten Institute selber sorgen. Überhaupt sollen diese so weit als immer möglich beteiligt werden: Ziel ist es, in der betreffenden Bibliothek und bei deren Trägerschaft das Bewusstsein für das vorhandene kostbare Erbe, die Verantwortung für seine Erhaltung, das Interesse daran und den Stolz darauf zu fördern. Die Kataloge, deren Entstehung das Kuratorium ermöglicht und betreut, sollen in erster Linie Kataloge der betreffenden Bibliothek sein. 

Als Konsequenz ergibt sich, dass das Kuratorium keinen Gesamtplan kennt: Es geht von einem Einzelprojekt zum nächsten, wo eben seine Dienste willkommen sind und die Konstellation günstig ist, und betrachtet sich so als eine dauernde Einrichtung – wenn auch im Bewusstsein, dass diese Dauer einmal ein Ende finden kann.

Lateinische und deutsche Handschriften 

In seinem zentralen Tätigkeitsgebiet, der Beschreibung lateinischer und deutscher mittelalterlicher Handschriften, hält sich das Kuratorium an das Vorbild der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten deutschen Kataloge. Neuen Entwicklungen steht es offen gegenüber. So wurde die Beschreibung der Einbände verbessert, und bedeutender Buchschmuck wird in der Einleitung monographisch behandelt. Wo es angebracht erscheint, wird die verbale Darstellung durch Abbildungen ergänzt. Überhaupt werden im Rahmen der allgemeinen Grundsätze die Besonderheiten jeder Bibliothek und ihres Bestandes berücksichtigt.

Griechische Handschriften

Das Kuratorium betreut auch gesamtschweizerische Spezialkataloge. Nachdem Die handschriftliche Überlieferung der Werke des heiligen Augustinus, Band IX Schweiz (Wien 2001) abgeschlossen ist, fördert es einen Katalog der griechischen Handschriften in der Schweiz.

Mitglieder 

Das Kuratorium "Katalogisierung der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften der Schweiz" wurde im Jahre 1989 als Kuratorium der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften gegründet. Ihm gehören zur Zeit an:

Dr. Ueli Dill (Basel) als Präsident
Prof. Dr. Carmen Cardelle de Hartmann (Zürich)
Prof. Dr. Christoph Eggenberger (Zürich)
Prof. Dr. Frédéric Elsig (Genève)
Dr. Rudolf Gamper (Winterthur)
Peter Kamber lic.phil. (Luzern)
Barbara Roth, Ph. D. (Genève)
Marlis Stähli M.A (Zürich)
Prof. Dr. Tiziana Suarez-Nani (Fribourg)
Prof. Dr. Ernst Tremp (St. Gallen/Fribourg)

Publikationen

Die unter Mithilfe des Kuratoriums entstandenen Kataloge werden gedruckt und so der Forschung und wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich gemacht, zugleich auch langfristig gesichert.

Förderkreis

Unser Förderkreis umfasst etwa 130 Adressen. Die von diesen Gönnern gespendeten Beiträge zur Unterstützung der Handschriftenerschliessung in der Schweiz werden von der Akademie verwaltet. Das Kuratorium kann damit ausserordentliche Auslagen im Zusammenhang mit der Katalogisierung finanzieren, z.B. Tagungsbesuche der Mitarbeitenden, den Unterhalt der Internetseite www.codices.ch und des Newsletters "Novissima" oder zusätzliche farbige Abbildungen in den gedruckten Handschriftenkatalogen. Die Gönner des Kuratoriums erhalten jährlich den Jahresbericht sowie Einladungen zu Buchvernissagen des Kuratoriums und weiteren Veranstaltungen.

Wer in diesen Kreis, der keine Verpflichtungen mit sich bringt, aufgenommen werden möchte, kann sich durch das Formular auf der Seite "Förderkreis / Amis du Curatorium" beim Präsidenten des Kuratoriums anmelden.

Jahresbericht 2014

Martin Steinmann: Der Katalog der mittelalterlichen Handschriften der Klöster Muri und Hermetschwil. Ansprache bei der Buchvernissage, gehalten in Muri am 12. November 2005