Kuratorium
"Katalogisierung der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen
Handschriften der Schweiz"
Jahresbericht 2008
Wissenschaftliche Tätigkeit
Im Frühjahr 2008 schlossen Dr. Charlotte Bretscher und Dr. Rudolf Gamper die im April 2005 begonnene Katalogisierung der Handschriften des ehemaligen Zisterzienserklosters Wettingen sowie weiterer mittelalterlicher Handschriften im Kanton Aargau mit der Einleitung zur Bibliotheksgeschichte von Wettingen ab und leiteten die Drucklegung des Bandes ein. Der Band wird im Frühjahr 2009 er-scheinen, wie die bisherigen Bände des Kuratoriums in gewohnt gepflegter Ausstattung im Urs Graf Verlag Dietikon-Zürich. Datum und Ort einer Buchvernissage stehen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.
Anfang April begann des neue Projekt, die Erschliessung der Handschriften des Zisterzienserklosters St. Urban in der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern, wo Arbeitsplätze mit einer guten Infrastruktur bereitgestellt worden waren. Anstelle des aus dem Projekt ausgeschiedenen Rudolf Gamper traten Dr. Mikkel Mangold mit 40% und unser Kollege Peter Kamber, Leiter der Sondersammlungen in Luzern, mit 20% ins Katalogisatoren-Team ein, das von Charlotte Bretscher (40%) geleitet wird. Nach kurzer Einarbeitungszeit konnten die Mitarbeitenden erfreulich rasch das ge-wohnte „Plan-Soll“ gemäss DFG-Norm erreichen. Ende des Jahres lagen die Beschreibungen von bereits 21 mittelalterlichen Handschriften vor; zwölf stammen aus dem 12./13. Jahrhundert, neun aus dem Spätmittelalter (14./15. Jahrhundert).
Öffentlichkeitsarbeit
Der Internet-Auftritt des Kuratoriums www.codices.ch wurde in seinen verschiede-nen Bereichen wie Neuerscheinungen, Handschriftenkunde, Ausstellungen und Vor-träge laufend aktualisiert. Dafür war eine Arbeitsgruppe zuständig, der Patrick Andrist (Webmaster), Charlotte Bretscher, Ruedi Gamper, Romain Jurot, Martin Steinmann und Ernst Tremp angehören. Die Benützerzahlen erfuhren auch im Berichtsjahr eine erfreuliche Zunahme: Von 36'815 Besuchern im Vorjahr stieg die Zahl auf 38'310 (+ 4%).
Administration
Das Kuratorium hielt seine Jahresversammlung am 6. Mai in der Zentralbiblio-thek Zürich ab. Es verabschiedete seinen verdienten Gründungspräsidenten Prof. Dr. Martin Steinmann und wählte, zuhanden des Vorstands der SAGW als Wahlbe-hörde des Kuratoriums, zu seinem Nachfolger Dr. Ueli Dill, Leiter der Handschriften-abteilung an der Universitätsbibliothek Basel. Ebenfalls wurde Werner Dönni, der Koordinator der Kataloge Muri, Hermetschwil und Wettingen an der Kantonsbibliothek Aarau, der als Gast an den Sitzungen der letzten Jahre teilgenommen hatte, verabschiedet. Neben den üblichen Geschäften wie den laufenden Projekten und der Internet-Seite beschäftigte sich das Kuratorium mit der geplanten „Swiss Manuscript Database“, die vom Digitalisierungsunternehmen e-codices.ch geplant wird, und beschloss, das von Patrick Andrist vorgeschlagene Projekt „Census des manuscrits grecs conservés en Suisse“ zu unterstützen.
Nach dem Mittagessen im ehrwürdigen Zunftsaal im „Zunfthaus zur Waag“ zeigte Kollege Christoph Eggenberger im Predigerchor der Zentralbibliothek die Ausstellung „Heilige Bücher und mächtige Zeichen. Schrift in Szene gesetzt“. Mit dieser eindrücklichen Führung durch die von der Zentralbibliothek und vom Nationalen Forschungsschwerpunkt „Mediality“ eingerichteten Handschriftenschau endete die schöne Jahresversammlung; daran hatten neben den Mitgliedern des Kuratoriums auch ehemalige Mitglieder und die Mitarbeitenden teilgenommen.
Förderkreis
Unser kleiner Förderkreis umfasst etwa 130 Adressen. Die von diesen Gönnern gespendeten freiwilligen Beiträge zur Unterstützung der Handschriftener-schliessung in der Schweiz werden von der Akademie verwaltet. Das Kuratorium konnte damit die laufenden Kosten der Internetseite www.codices.ch und kleinere Ausgaben der Katalogisatoren für ihre Arbeit finanzieren. Mit einem grösseren Betrag, der aber erst 2009 zu Buche schlagen wird, subventioniert das Kuratorium die Drucklegung des Handschriftenkatalogs Wettingen. Dieser Beitrag kommt der Ausstattung des Bandes mit farbigen Abbildungen zugute, was gewiss im Sinne unserer Gönner ist. Im regierungsrätlichen Vorwort wird auf diese Zweckbestimmung und auf den Förderkreis des Kuratoriums eigens hingewiesen werden.
Ernst Tremp, Präsident
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